Wie finde ich junge Leute, die sich für den Verein, die Initiative oder die Organisation begeistern? Wie kann ich neue Zielgruppen ausmachen? Und was hat der Hashtag damit zu tun?

Workshop: „So klappt´s mit den Freiwilligen!“

Viele Organisationen wünschen sich Nachwuchs, denn bei den Engagierten liegt der Altersdurchschnitt häufig schon bei 60 plus. Nur, wie kommt man an junge Leute ran?

„Suchen Sie nicht nach neuen Freiwilligen. Lassen Sie sich finden!“ sagt Luisa Blendinger. Mit ihrem Projekt „erzaehldavon.de“ unterstützt sie Vereine und Ehrenamtliche dabei, mehr Sichtbarkeit für ihre Arbeit zu erhalten.

Finden lassen! Schöne Idee! Aber wie soll das gehen?

Wenn wir über junge Leute reden, fallen uns Stereotype ein: pausenlos das Smartphone in der Hand, aktiv auf Social Media, Printmedien eher uninteressant. Stereotype? Mein Sozialarbeiterinnen-Magen wehrt sich. Menschen über einen Kamm zu scheren, ist nicht gerade das, was ich mir erwartet hatte.

Aber bei der nächsten Übung wird mir klar, es ist notwendig, erstmal neue Zielgruppen ausfindig zu machen. Stereotype kann man wunderbar nutzen, um passgenaue Informationen über mein Engagement in die Welt hinaus zu schicken.

Die Persona-Übung

Luisa Blendinger fordert uns auf: Stell Sie sich eine typische Person als Vertreter*in einer Zielgruppe vor. Ich nehme Paul: 25 Jahre alt, Informatiker, introvertiert, zockt gerne, mag Fast-Food und Katzen. Wie könnte ich Paul nun erreichen? Ganz klar über digitale Medien. Paul liest Zeitung, wenn dann online, hört Podcasts im Internet statt im Radio und ist stiller Mitleser von Blogs. Wenn Paul nach Blogs, Podcasts oder Websites sucht, die ihn interessieren könnten, dann fügt er seiner Online-Suche Hashtags hinzu: #katzen #gamer #it. Nächster Schritt: ich muss dafür sorgen, dass Paul auf meinen Verein oder meine Organisation aufmerksam wird und Lust entwickelt, mir vielleicht bei der neuen Homepage zu helfen.

Aufmerksamkeit im Internet erzeugen

Möglichkeiten gibt es viele:

  • Ich habe einen Facebook-/Instagramm-/Twitter-Account und poste etwas über mein Engagement und füge Hashtags hinzu, die Paul aufgrund seines Profils interessieren könnten. Schwierig? Im Freundes- und Bekanntenkreis finde ich bestimmt welche, die mir helfen. Oder ich suche mir eine gute Anleitung im Internet.
  • Ich füge auf der Homepage meines Vereins oder meiner Organisation Schlagwörter hinzu, die leicht über Internetsuchen gefunden werden.
  • Ich verfasse einen Gastbeitrag in einem anderen Blog – mit den wichtigsten Schlagwörtern versteht sich.
  • Ich erstelle einen Podcast und sorge über Social Media für seine Bekanntheit.
  • …?

Inspirierende Inhalte

Wichtig bei all diesen Möglichkeiten ist, dass der Beitrag informiert oder inspiriert und am besten auch noch unterhaltsam ist. Die Überlegung ist stets: Über was kann unser Verein oder die Organisation berichten? Anekdoten aus dem ehrenamtlichen Engagement und persönliche Geschichten von Freiwilligen, aber auch spannend erzählte Hintergrundinformationen über ein wichtiges Thema, kommen vermutlich besser an als die Tagesordnungspunkte der letzten Vereinsversammlung.

Auch die guten alten Printmedien können selbstverständlich noch ziehen. Es ist immer eine Frage der Zielgruppe, der Möglichkeiten und des Know-hows. Über die Lokalzeitung erreichen wir vor allem ältere Menschen, übers Internet die jungen Leute. Wie das dann geht, finden wir auch im Internet. Denn da gibt es zahlreiche Hilfen für Vereine, Organisationen und Initiativen, die erklären, wie Öffentlichkeitsarbeit in der digitalen Welt gelingt. Erzaehldavon.de beispielsweise bietet kostenlose Online-Kurse an.

Das Projekt „erzaehldavon.de“ ist aus einer Masterstudienarbeit entstanden. Luisa Blendinger und Katrin Gildner hatten in Tübingen Medienwissenschaft studiert. Nach ihrem erfolgreichen Abschluß unterstützen sie Vereine und Ehrenamtliche dabei, mehr Sichtbarkeit für ihre sozialen Projekte zu schaffen und so ihre Vision zu verwirklichen. Ihr Motto: „Tue Gutes und erzähl davon!“