Voller Selbstzweifel, aber immer wieder neue Hoffnung, das Ziel zu erreichen, so geht es den Menschen, die sich auf die ungewisse Reise einer Flucht aus ihrer Heimat machen. Made Höld berichtet über eine Lesung im „Gasthaus Räuberhöhle“ am 10. Februar 2019:

Ziel Europa – über die Mühsal der Flucht

Gut besucht, mit über 80 Gästen, war am Sonntagnachmittag die Räuberhöhle in Ravensburg. Zu Gast war der Schriftsteller Rodrigue Péguy Takou Ndie mit seinem Roman „Die Suchenden“. Gespannt verfolgten die Besucher die von Regina Liberatore vorgelesenen Passagen aus dem Buch. Der extra aus Berlin angereiste Autor vertiefte selbst, zwischen den einzelnen Passagen, die Aussagen des Textes.

2013 verließ er aus politischen Gründen sein Heimatland. In seinem Roman erzählt er eindrücklich die Beweggründe von Menschen, die ihre Heimat verlassen und sich auf die lebensgefährliche Suche nach einem menschenwürdigen Leben in Richtung Europa aufmachen. Er beschreibt in einer sehr bildreichen und berührenden Sprache die Mühen und Qualen der Reise durch Afrika nach Europa, die ständigen Selbstzweifel der Reisenden und die Hoffnung, die sie immer wieder antreibt, aber auch die Enttäuschung, die sich nach der langen, oft jahrelangen Reise in ihr Bewusstsein frisst, nachdem sie rein physisch ihr Ziel erreicht haben.

Die Lesung war der Auftakt einer Lesereihe, die AutorInnen mit Migrationshintergrund eine Plattform bieten soll, damit sie auch in Deutschland Fuß fassen können. Basierend auf einer Initiative des Börsenvereins des deutschen Buchhandels, haben sich in Ravensburg, Dank der Buchhandlung Ravensbuch, erstmals bundesweit mehrere lokale Initiativen zusammengefunden, um dieses Veranstaltungsformat umzusetzen. Das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ ermöglicht mit finanzieller Unterstützung die Realisierung.

Wir haben Text und Fotos von Made Höld aus dem Blog „Freunde der Räuberhöhle 2012“ übernommen. Vielen Dank!