Wir alle lernen allmählich mit einer neuen Situation umzugehen: Abstand halten, Alltagsmasken tragen, Kontakte beschränken. Nicht überall gelten die gleichen Regeln und spezifische Bestimmungen erfordern ein genaues Hinsehen und Hinhören. Wer sich jetzt umfassend in den Medien informieren kann, ist im Vorteil. Wer nicht gut Deutsch spricht, klar im Nachteil.

Regeln in Muttersprachen

Die Pandemie ist dynamisch und schnelle Anpassung ist gefragt. Übersetzung für fremdsprachliche Menschen ist wichtig – wenn sie korrekt und umfassend ist. In der alltäglichen Sprachvermittlung gehen manche Inhalte verloren. Gerade in Phasen, in denen etwa Ehrenamtliche keine Unterkünfte betreten dürfen und digitale Kontakte noch nicht ausgebaut sind, sollten wir alle sicheren und gut verständlichen Informationen verfügbar machen. So stellt die Stadt Stuttgart in Ihrem Youtube-Kanal Videos in mehreren Sprachen zur Verfügung, darunter Farsi, Arabisch, Tigrinja und Kurdisch. Anschaulich und einfach erklären hier Muttersprachler*innen die Anwendung von AHA-Regeln in Unterkünften. Weitergeben!

Im Gespräch bleiben

Im öffentlich-rechtlichen Fernsehen und Rundfunk oder über die entsprechenden Apps auf unseren Smartphones erfahren wir automatisch in deutscher Sprache die neuesten Anpassungen im Infektionsschutz. Wie viele Kontakte sind gerade erlaubt, wo herrscht Maskenpflicht, was kostet ein Verstoß? Voraussetzung für den Abgleich: Geräte, Daten, Anschlüsse. Für Menschen, deren Leben sich im Übergang befindet und die sich in Gemeinschaftsunterkünften Technik und Räumlichkeiten teilen müssen, tun sich hier Barrieren auf. Wer Geflüchtete beim Ankommen und Ankern in Deutschland begleitet, kann proaktiv unterstützen: Indem wir das Gespräch über Covid-19 suchen und uns in der Begegnung darüber austauschen. Auch, wenn wir das Thema am liebsten beiseitelegen würden: Zu reden über das, was in der Gesellschaft wirklich los ist, ist gelebte Integration.

Covid-19: Perspektivenwechsel

Die Corona-Pandemie wirkt auf uns alle unterschiedlich. Je nach persönlicher Situation, Arbeit und sozialem Umfeld stecken wir Stress und Veränderung besser oder schlechter weg. Viele neuzugewanderte Menschen sind mit neuen Fragen neu konfrontiert: Was passiert mit meinem Asylantrag, wenn alles stillsteht? Kann ich meine Duldung aufgrund der Pandemie verlängern? Wird der Antrag auf Familiennachzug überhaupt weiterbearbeitet? Welche Maßnahmen gelten jetzt in Gemeinschaftsunterkünften? Was bedeutet die neue Situation für meine Arbeit oder Ausbildung? Welche Corona-Hilfen gibt es für mich? Gut zu wissen, was die Menschen, die wir unterstützen wollen, jetzt wirklich umtreibt. Fundierte Antworten zu Rechtlichem und Behördlichem im Kontext von Corona findet sich auf der Webseite Handbook Germany.

Sprich uns einfach an

Du möchtest dieses Thema in einem Gespräch oder einem Workshop mit anderen vertiefen? Organisieren wir gerne!